
Vor anderthalb Jahren habe ich mich dafür entschieden, mein Jahr Zivildienst etwas anders zu gestallten und den roten Kontinent Australien für dieses Jahr als mein Zuhause auszuerkoren. Inzwischen bin ich der festen Überzeugung, dass „Down Under“ für mich nicht nur eine Bleibe auf Zeit, sondern viel eher ein Zweitheim geworden ist.


Trotz dieser Erkenntnis entschieden Phillip und ich uns, auch Neuseeland die Chance zu geben uns mit dem Charme, das es verspricht, zu überzeugen. Durch viele Bekannte hier hatten wir die Empfehlung bekommen, sich, in den zwei uns zur Verfügung stehenden Wochen, auf die Südinsel zu beschrenken. Die Natur sollte hier wohl noch abwechslungsreicher, verblüffender und schöner sein. Bevor diese Tour starten sollte, bekam ich es durch meine allerbeste Mutter ermöglicht, mir eine Sony a200 Spiegelreflex-Kamera zuzulegen, um euch hier noch bessere Bilder präsentieren zu können…. Tausend Dank!

Am 31. Januar landeten wir in Christchurch im Osten der Südinsel und mieteten uns direkt am Flughafen einen kleinen, neuen Daihatsu, doch diesmal von einer seriösen Firma, denn man lernt ja dazu;)
Wir fuhren nach einer kurzen Besichtigung, der nach unserer Meinung nicht sehr sehenswerten City, ca. eine Stunde südlich und fanden einen perfekten Campingspot mit Blick aus dem Zelt auf eine Flussschlucht mit weißen Kieseln – perfekt für den Start in unsere Ferien.

In den ersten 5 Tagen standen Seen- und Berglandschaften auf dem Plan und von Gebirgen, die den Alpen stark Konkurenz machen, über weite Grasebenen, wie man sie nur aus dem „Herr der Ringe“ kennt, bis zu durch die weißen Kiesel hellblau leuchtende Seen war wirklich alles dabei.


Der Höhepunkt dieses Abschnittes waren die Milford Sounds, eine wunderschöne Fjordlandschaft, die uns aber insbesondere durch ihre frechen Bewohner begeisterte. Überall flogen Keas umher die einfach alles auf die Probe stellen mussten und vorallem Autos geradezu wieder in ihre Einzelteile zerlegten.


Nach einiger Zeit waren wir heil froh, wieder Strand und Palmen gegen Berge und Seen eintauschen zu dürfen und schon der erste Tag an der Westküste sollte der beste unserer Reis werden:
Nachdem wir in einem kleinen Fischerdorf zu Mittag gegessen hatten und den Fischern zugucken durften, wie sie frisch gefangenen Tunfisch an Land brachten, bekamen wir den Tipp, Pinguine an einem entlegenen Strand sehen zu können. Leider fanden wir nur einen wunderschönen, kilometerlangen, weißen Sandstrand ohne Pinguine vor. Als wir mit guter Laune aber ein wenig enttäuscht zu unserer Karre zurücklatschten, sah ich plötzlich eine Gruppe von Hectordelfinen im Wasser. Es dauerte nicht lange bis Phillip und ich mit ihnen zusammen schwommen. Diese verspielten Kameraden ließen uns bis zu 2-3 Meter an sich heran und hatten anscheind Spaß daran, um uns herumzuschwimmen und die Wellen herunter zu surfen.
Abends bekamen wir noch einen stattlichen Fisch von Anglern geschenkt und ließen mit ihm als Dinner diesen fantastischen Tag enden.

Die Westküste hatte desweiteren noch riesen Gletscher, wahnsinns Felsformationen und tolle Strände zu bieten, wobei wir teilweise morgens in Winterjacke auf dem Gletscher krakselten und abends in Boardshorts am Strand chillten….

Doch egal wie auch unser Tag aussah, er begann immer mit einem Frühstück der ganz besonderen Art: Moccachino + Cigarette und wurde vom neuen Album der Toten Hosen unterlegt, da dies die einzige Musik war, die wir dabei hatten.
Der Norden der Südinsel war ein weiteres Highlight der Tour. Am Cape Farewell wurden zuerst die Dünen auf die Probe gestellt und anschließend einer der großen Felsen in der Brandung beklettert. Als wir gerade die Aussicht von dort oben aus bewunderten, hörten wir es in einem Busch niesen und fanden letztendlich in all den Büschen um uns herum Babyseehunde, die halb neugierig, halb verpennt hervorguckten.

Später entdeckten wir noch weitere von diesen lustigen Genossen in kleinen Pools auf dem Felsen baden.
Die Ostküste konnten wir auf Grund schlechten Wetters leider nicht richtig genießen, was unserer fantastischen Neuseelandtrip aber keinen Abbruch tat.



Fazit der Tour: Neuseeland ist wunderschön, wir würden es aber nicht gegen Australien tauschen wollen…